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südsee , Hugo Adolf Bernatzik , Bibliographisches Institut

Caractéristiques

Format 16,5 X 23 X 2 cm
Nbr. de pages 125
Finition Cartonné
Particularités Exemplaire dédicacé
Année d’édition 1934
Langue Allemand
Etat du livre Bon état
Auteur Hugo Adolf Bernatzik
Editeur Bibliographisches Institut

Description

Autor:
Hugo Adolf Bernatzik war Sohn von Edmund Bernatzik, Ordinarius für Öffentliches Recht, Rektor der Universität Wien und Mitglied des Reichsgerichts der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Nach der Matura im Jahr 1915 meldete er sich freiwillig zur österreichisch-ungarischen Armee und war unter anderem in Albanien eingesetzt. 1920 brach er aus finanziellen Gründen ein Medizinstudium ab und studierte an der Hochschule für Welthandel, später auch Anthropologie und Ethnologie an der Universität Wien. Bernatzik versuchte sich als Unternehmer und begann schließlich nach dem frühen Tod seiner ersten Frau Margarete Ast (1904–1924) mit ausgedehnten Foto- und Forschungsreisen, die zu seiner Profession und Leidenschaft wurden: 1924 Spanien und Nordwest-Afrika; 1925 Ägypten und Somaliland; 1927 Anglo-Ägyptischer Sudan; zwischen 1926 und 1930 Rumänien und Albanien; 1930/31 Portugiesisch-Guinea (mit Bernhard Struck, Völkerkundemuseum Dresden); 1932/33 Britische Salomon-Inseln, Britisch-Neuguinea, sowie Indonesien (Bali); 1934 Schwedisch-Lappland; 1936/37 Burma, Thailand und Französisch-Indochina (Vietnam, Kambodscha). 1949/50 Französisch-Marokko.
Seine Forschungen und seinen Lebensunterhalt finanzierte Bernatzik als Reiseschriftsteller und freier Wissenschaftler, durch Bildreportagen, Lichtbildvorträge und Sammlungsankäufe für Völkerkundemuseen in Deutschland und in der Schweiz. Seine intensive publizistische Tätigkeit und seine außergewöhnlichen Fotos von fremden Völkern machten ihn zu einer bekannten Persönlichkeit, er plante ein weltumspannendes Fotoarchiv von Stammesvölkern anzulegen, die er als existentiell bedroht ansah. Kolonialpolitisch setzte sich Bernatzik später für eine Verwaltung ein, welche ihre Lebensweise und ihre Umwelt stärker berücksichtigen sollte.
1927 heiratete er Emmy Winkler (1904–1977), die in Wien Psychologie studierte, seine Mitarbeiterin wurde und ihn auf mehreren Reisen begleitete. Ab 1930 studierte er an der Universität Wien Ethnologie, Psychologie, Anthropologie und Geographie und promovierte nach seiner Rückkehr aus Portugiesisch-Guinea 1932 mit einer Monographie der Kassanga. 1935 publizierte Bernatzik einen Artikel mit dem Titel „Das Aussterben der Melonesier auf den britischen |Salomonsinseln“ in der „Zeitschrift für Rassekunde“. Im Juni desselben Jahres suchte er in Graz um die venia legendi mit einer Arbeit über die Entwicklung des Kindes auf der Salomon-Insel Owa Raha an, die Bestätigung seiner Habilitation erreichte ihn im Mai 1936 in Rangoon. Nach seiner Rückkehr aus Hinterindien im Mai 1937 widmete er sich neben seiner publizistischen Tätigkeit vor allem seinen – freilich vergeblichen – Bemühungen um eine feste akademische Anstellung. Anfang 1939 wurde er schließlich zum ''außerplanmäßigen Professor'' an der Universität in Graz ernannt, eine Position ohne fixe Bezüge. Pläne für eine weitere Expedition in die chinesische Provinz Yunnan, das Ursprungsgebiet einiger hinterindischer Bergvölker, fanden durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs ein jähes Ende.
Zu Beginn des Krieges wurde Bernatzik zur Wehrmacht eingezogen und als ehemaliger Offizier des Ersten Weltkrieges zur Fliegerausbildung nach Wiener Neustadt abkommandiert. Er setzte jedoch alles daran, um von der Wehrmacht für die Herausgabe eines Handbuchs für Afrika freigestellt zu werden, welches Kolonialbeamten und europäischen Siedlern ein Grundwissen über Land und Leute vermitteln sollte. Das „Handbuch der angewandten Volkskunde“ war als Instruktionsbuch für die Wehrmacht gedacht, weshalb er gemeinsam mit anderen Beteiligten als „unabkömmlich“ eingestuft wurde. Bernatzik war auch darum bemüht, mit seiner damaligen Arbeit eine Grundlage für eine zukünftige Kolonisationspolitik zu schaffen. Den Begriff der Kulturkreise der Wiener Volkskunde lehnte er ab. Dieses Projekt wurde vom Kolonialpolitischen Amt in München in Auftrag gegeben, dessen Leiter Ritter von Epp während des Ersten Weltkrieges als Generalmajor in Afrika eingesetzt war. Als Revanchist engagierte er sich danach bei der extrem konservativen Deutschen Kolonialbewegung, die er schließlich in Hitlers NS-Partei integrierte. Bernatzik wurde nach einem Lichtbildvortrag 1937 mit dem „General“ bekannt gemacht.
Bernatzik versuchte seit 1938 auch Mitglied der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe, Abteilung Innerasien, zu werden, wurde aber trotz seiner NSDAP-Mitgliedschaft vor 1935 und seiner guten Vernetzung innerhalb der Partei für ungeeignet befunden. Bernatzik wurde mehrmals bei Heinrich Himmler vorstellig, um Projekte und seine ''Auffassung der Völkerkunde in ihrer Bedeutung zum Kolonialproblem'' zu besprechen.
Während des Krieges verdankte er Ritter von Epp jene Gefälligkeitsgutachten, welche die Arbeit am Handbuch für Afrika als „kriegswichtig“ einstuften, obwohl Hitler längst kein Interesse mehr an der „kolonialen Frage“ hatte, das KPA von diversen parteiinternen Interessengruppen zerrissen wurde und bald nur mehr auf dem Papier existierte. Immerhin ermöglichte die Protektion des „Generals“, dass Bernatzik sowie zahlreiche Mitarbeiter relativ unbeschadet durch den Krieg kamen und dass so manche seiner Interventionen zugunsten verfolgter Persönlichkeiten erfolgreich waren. Während des Krieges arbeitete Bernatzik außer am Afrika-Handbuch auch an der Fertigstellung seines zweifellos bedeutendsten Werkes, der Monographie Akha und Meau. Die fertigen Manuskripte beider Werke wurden schließlich 1944 durch einen Bombenangriff auf das Bibliographische Institut in Leipzig zerstört, im selben Jahr verbrannten auch sämtliche Negative seines Archivs nach einem Bombenangriff auf einen Bahnhof. Unter großen Anstrengungen brachte Bernatzik sowohl das Afrika-Handbuch als auch Akha und Meau 1947 textlich unverändert im Selbstverlag heraus, der Begriff „Kolonialethnologie“ war bereits 1944 durch ''angewandte Ethnologie'' ersetzt worden.
Fermer (esc)

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